Jeder siebte Parkplatz ist in Gefahr

Bis zu 14 Prozent der städtischen Strassenparkplätze könnten in den nächsten Jahren verschwinden – weil Autos immer länger und breiter werden.

Der Abbau von Parkplätzen in der blauen Zone beeinträchtigt das Leben in den Stadtvierteln: Er führt zu mehr Suchverkehr, erschwert den Alltag für Familien und Dienstleister und kann die Verkehrssicherheit zusätzlich belasten.

Im Laufe des Monats Juli wurden in einer kleinen Wohnstrasse in der Stadt Bern provisorische Verkehrsschilder aufgestellt, um Strassenarbeiten anzukündigen. Tatsächlich beschränkten sich diese Arbeiten jedoch darauf, zahlreiche Parkplätze in der blauen Zone aufzuheben – obwohl das Parkplatzangebot bereits heute weit hinter der Nachfrage und dem lokalen Fahrzeugbestand zurückliegt.

Schätzungen zufolge sind in den fünf grössten Schweizer Städten – Zürich, Genf, Lausanne, Basel und Bern – in den letzten zehn Jahren mehr als 11’000 Parkplätze verschwunden.

Man muss wohl davon ausgehen, dass die Politikerinnen und Politiker, die diese Strategie des Parkplatzabbaus entwickelt und umgesetzt haben – angeblich, um die sanfte Mobilität zu fördern und die Klimaziele zu erreichen –, nicht in diesen Stadtvierteln leben.

Letztlich zahlen die Autofahrerinnen und Autofahrer die Zeche – und das gleich doppelt. Die Städte verkaufen Parkkarten für die blauen Zonen, die den Anwohnerinnen und Anwohnern das Parkieren ermöglichen. Grundsätzlich ist das sinnvoll. Wenn die Nachfrage das Angebot jedoch bereits übersteigt und gleichzeitig immer mehr Parkplätze abgebaut werden, wirkt dieses System zunehmend wie eine reine Einnahmequelle.

Doppelt bestraft werden die Anwohnerinnen und Anwohner durch verstärkte Polizeikontrollen. Gebüsst werden Autofahrerinnen und Autofahrer, die ihr Fahrzeug ausserhalb der markierten Parkzone abstellen – obwohl genau diese Flächen noch vor Kurzem als reguläre Parkplätze gekennzeichnet waren.